Fachkräfteinitiative 2018


Fachkräfteinitiative 2018

Handwerksunternehmen stehen in einem starken Wettbewerb - um Aufträge, zunehmend aber auch um Arbeitskräfte. Sie brauchen qualifizierte Fachleute, die Freude haben, sich in einem mittelständischen Betrieb zu engagieren.
 
Ziel der „Fachkräfteinitiative" der Handwerkskammer Münster ist es, die Betriebe im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region für den demografischen Wandelweiter gut aufzustellen, damit das Handwerk auch künftig die stabilisierende Wirtschafts- und Gesellschaftsgruppe bleibt, als die sie sich bisher immer erwiesen hat. Darum bietet die Handwerkskammer Unternehmen und Beschäftigten eine Vielzahl von Beratungs- und Bildungsangeboten an. Sie alle zeigen, wie spannend und vielseitig Arbeitsfelder und Berufsperspektiven im Handwerk sind und wollen Talente und Innovationen bestmöglich fördern.
 

Personaltag


HWK-Personaltag 2018: "Finden, Fördern und Führen von Fachkräften"

Gruppenbild HWK-Personaltag 2018
Die positive Resonanz auf den Personaltag 2017 veranlasste die Handwerkskammer Münster dieses Veranstaltungsangebot im Jahr 2018 fortzusetzen. Am 14. März 2018 bot die Kammer deshalb ihren zweiten Personaltag mit der Überschrift „Finden, Fördern und Führen“ an. 230 Betriebsinhaber und Führungskräfte aus dem gesamten Kammerbezirk nahmen teil.

Die Veranstaltung begann mit der Eröffnungsrede von Kammerpräsident Hans Hund. Für Hund war klar: „Der Konkurrenzdruck im Kampf um die qualifizierten Fachkräfte wird im personalintensiven Handwerk weiter steigen.“ Er empfahl Betrieben, in sozialen Netzwerken Präsenz zu zeigen und Einblicke in ihre Arbeit zu geben, um Interesse bei Bewerbern zu wecken. Auch sei es ratsam, Frauen, Ältere, Jugendliche ohne Ausbildungsreife, Menschen mit Migrationshintergrund oder Behinderungen verstärkt zu umwerben. Die Betriebe seien gefordert, die beruflichen Kompetenzen ihrer Beschäftigten durch Weiterbildung zu fördern und die Motivation zu erhöhen, etwa durch flexible Arbeitszeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Hund: „Mitarbeiter, die sich respektiert und wertgeschätzt fühlen, sind motivierter und bleiben im Betrieb.“
 
Prof. Dr. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen knüpfte daran an: „Die Attraktivität als  Arbeitgeber ist eine zentrale Frage – Beschäftigte kommen wegen der Reputation, bleiben wegen der Aufgabe und gehen wegen der Führung.“ Deshalb seien das Image, Spaß an der Arbeit, Kollegialität und das Verhalten der Vorgesetzten die entscheidenden Kriterien. Sicherheit und Gewissheit in einer unsicheren und schnelllebigen Umwelt würden immer bedeutender. In einer Zeit großer demografischer, technischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Veränderungen sei es für Arbeitnehmer entscheidend, ihre Beschäftigungsfähigkeit lange zu erhalten und in Balance zu bleiben. Hierauf sollten Arbeitgeber eingehen. Rump legte Handwerksbetrieben nah, die Kompetenzen, Motivation und Gesundheit der Mitarbeiter ganzheitlich anzugehen – bei der Ausbildung, Förderung der lebenslangen Beschäftigungsfähigkeit, dem Älterwerden im Betrieb, der Gesundheitsförderung, dem Wissenstransfer, den Perspektiven und Arbeits- und Beschäftigungsmodellen. Die Haltung sei dabei idealerweise: „Jeder ist ein Talent, jeder hat ein Talent.“

Ihre Handlungsempfehlungen leiteten über in die anschließenden Foren. In diesen wurden Beispiele aus der Praxis und Tipps zur Umsetzung vorgestellt. Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Handwerksbetrieben der Region informierten zusammen mit den Beratungskräften der Handwerkskammer zu Themen wie „Geflüchtete als Chance“, „Karriereleiter Handwerk“ oder „Effiziente Organisation“. Alle Teilnehmenden waren eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen und Erfahrungen aktiv in den Forenaustausch einzubringen. Hier einige Beispiele:

Sven Rietbrock (H. Rietbrock Bedachungen, Isolierungen und Gerüstbau, Lengerich): „Wir müssen die ‚Flamme‘ über ein Tagespraktikum wie der Berufsfelderkundung entzünden und sie durch weitere Praktika zum Brennen bringen.“ (Forum 1.1: Auf dem Weg zu qualifiziertem Nachwuchs)
 
Paul Müller (Helmut Daume Dachhandwerk, Ahaus): „Anfangs standen wir dem Einsatz sozialer Medien bei der Mitarbeitersuche skeptisch gegenüber, doch kurz nach unserem Start bemerkten wir, wie unbegründet unsere Zurückhaltung war.“ (Forum 1.2: Soziale Medien passend einsetzen)
 
Resi Evers-Weßeling (Fliesen Evers, Dorsten): „Ich bilde seit dem letzten Sommer einen Geflüchteten zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger aus: Ich würde es immer wieder tun. So habe ich einen motivierten und loyalen Mitarbeiter gewonnen.“ (Forum 1.3: Geflüchtete als Chance für das Handwerk)
 
Michael Fischer (Pape & Böhm Elektroinstallation, Münster): „Erst die Summe unserer Aktivitäten im Ausbildungsbereich führt zum Erfolg unserer Lehrlinge.“ (Forum 2.1: Erfolgreich ausbilden und dauerhaft binden)
 
Beatus Bussmann (Friseurmeister, Münster): „Nur glückliche und gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten gern und zur Zufriedenheit der Kunden. Gerade im Dienstleistungsbereich ist das bedeutend. Mir ist wichtig, dass das Klima stimmt und alle gern zur Arbeit kommen. Die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung unterstützen dies sehr.“ (Forum 2.2: Beruf und Familie vereinbaren, Gesundheit fördern)
 
Andre Zeglinski (Tür -und Portaltechnik Zeglinski, Marl): „Eine Karriere im Handwerk steckt voller Möglichkeiten. Potenzialanalyse, Qualifikationsmatrix und Gespräche helfen uns dabei, Potenziale der Mitarbeiter und des Unternehmens zu entdecken und gezielt zu entwickeln. Am Ende profitieren beide davon, Betrieb und Mitarbeiter.“ (Forum 2.3: Karriereleiter Handwerk)
 
Carsten Dreyer (Blechverarbeitung und Apparatebau Dreyer, Lengerich): „Wenn jeder Mensch bei uns mehr gibt als er muss, dann passt es am Ende für beide Seiten immer gut.“ (Forum 3.1: Psychische Belastungen am Arbeitsplatz)
 
Thorsten Menne (Hüwelmann & Menne, Lienen): „Unternehmer zu sein heißt: Ganz viel Feedback von den Menschen aus dem eigenen Unternehmen zu bekommen.“ (Forum 3.1: Psychische Belastungen am Arbeitsplatz)
 
Hans Stumpe (Manfred Röwekamp und Hans Stumpe, Telgte): „Nur wenn die regulären Betriebsabläufe reibungslos abgewickelt werden, haben wir auch Zeit für strategische Fragen.“ (Forum 3.2: Effiziente Organisation der Fach -und Führungskräfte)
 
Melanie Volkmer (Gürtler -und Metalldrückermeister Stefan Volkmer, Rheine): „Wir nutzen unser Leitbild, um uns zunächst ein internes Ziel zu setzen, das uns im Nachhinein erfreut, wenn dieses im zweiten Schritt nach außen dargestellt und gelebt wird.“ (Forum 3.3: Das Unternehmensleitbild als Basis der Arbeitgebermarke)


Kontakt:

Gisela Goos

Telefon 0251 705-1780


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