Fachkräfteinitiative


Fachkräfteinitiative

Handwerksunternehmen stehen in einem starken Wettbewerb - um Aufträge, zunehmend aber auch um Arbeitskräfte. Sie brauchen qualifizierte Fachleute, die Freude haben, sich in einem mittelständischen Betrieb zu engagieren.
 
Ziel der „Fachkräfteinitiative" der Handwerkskammer Münster ist es, die Betriebe im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region für den demografischen Wandelweiter gut aufzustellen, damit das Handwerk auch künftig die stabilisierende Wirtschafts- und Gesellschaftsgruppe bleibt, als die sie sich bisher immer erwiesen hat. Darum bietet die Handwerkskammer Unternehmen und Beschäftigten eine Vielzahl von Beratungs- und Bildungsangeboten an. Sie alle zeigen, wie spannend und vielseitig Arbeitsfelder und Berufsperspektiven im Handwerk sind und wollen Talente und Innovationen bestmöglich fördern.
 

Kontakt


Gisela Goos

Telefon 0251 705-1780

Zum Herunterladen:

Unsere Broschüre „Fachkräfte finden, fördern und binden“ erscheint in jährlichem Abstand mit neuen Beispielen guter Praxis. Die Praxisbeispiele veranschaulichen, wie andere Handwerksunter¬nehmen in unserem Kammerbezirk sich durch ihr besonderes Engagement erfolgreich am Arbeitsmarkt positionieren. Sie sollen Sie anregen, neue Ideen für Ihren Betrieb zu entwickeln oder Sie in Ihrer Arbeit bestätigen.

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Aktuelle Brochüre:

Fachkräfte finden, fördern und binden – Beispiele guter Praxis – Broschüre 5

Rückblick: Personaltag 2019


Rückblick: HWK-Personaltag 2019: „Fachkräfte im Handwerk gewinnen, fördern und begeistern“

Gruppenbild Personaltag
Die positive Resonanz auf den Personaltag 2018 veranlasste die Handwerkskammer Münster dieses Veranstaltungsangebot im Jahr 2019 fortzusetzen. Am 7. März 2019 bot die Kammer deshalb ihren dritten Personaltag mit der Überschrift „Fachkräfte im Handwerk gewinnen, fördern und begeistern“ an. Rund 240 Betriebsinhaber und Führungskräfte von 159 Betrieben aus dem gesamten Kammerbezirk nahmen teil.

Die Veranstaltung begann mit der Eröffnungsrede von Kammerpräsident Hans Hund. Hund machte deutlich: „Die Zeiten, in denen die Bewerber um einen freien Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle Schlange stehen, sind längst vorbei. Der Schuh drückt schon jetzt gewaltig“. Handwerksbetrieben rät Hund, attraktive Anreize zu setzen, um der Konkurrenzsituation zu begegnen.
Das Angebot an Fortbildungen sei ein wichtiger Baustein für die Attraktivität des Betriebes und zugleich Investition in die Zukunft.

Daneben forderte er mehr gesellschaftliche Wertschätzung für die berufliche Ausbildung. Es sei ferner ratsam Jugendliche ohne Ausbildungsreife oder Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt stärker wahrzunehmen und zu fördern.

Eine Form der Anerkennung gegenüber den Angestellten stelle es zudem dar, wenn der Arbeitgeber präventiv die Gesundheit der Mitarbeiter fördert und sich für eine ausgewogene Work-Life-Balance einsetzt. Weiteren Ideen seien keine Grenzen gesetzt. Hund: „Werden Sie kreativ und trauen Sie sich. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken.“

Keynotespeaker und Motivationscoach Jörg Mosler zeigte daraufhin auf: „Das Handwerk hat zwei große Chancen, die großen Herausforderungen des Fachkräftemangels zu meistern: Die Nähe zum Menschen – zu Mitarbeitern und Kunden – und die digitale Kommunikation.“ Wem es als Unternehmer gelänge, diese beiden Chancen geschickt miteinander zu verknüpfen, erzeuge die wertvollste Ressource für das Handwerk der Zukunft, Aufmerksamkeit.

Mosler legte Handwerksbetrieben nah, durch emotionale Geschichten gezielt Aufmerksamkeit zu erzeugen und machte deutlich, wie es gelingt Mitarbeiter und Kunden zu begeisterten Botschaftern des Unternehmens zu machen. Insbesondere digitale Medien könnten zur Stärkung der Arbeitgebermarke eingesetzt werden.

Seine Handlungsempfehlungen leiteten über in die anschließenden Foren. In diesen wurden Beispiele aus der Praxis und Tipps zur Umsetzung vorgestellt. Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Handwerksbetrieben der Region informierten zusammen mit den Beratungskräften der Handwerkskammer zu Themen wie „Alternative Wege zur Mitarbeitergewinnung“, „Weiterbildung für das Handwerk“ oder „Bindung durch gute Stimmung im Betrieb“. Alle Teilnehmenden waren eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen und Erfahrungen aktiv in den Forenaustausch einzubringen. Hier einige Beispiele:

Simone Schürhaus (Föller Heizung-Klima-Sanitär, Nottuln): „Entscheidend ist für uns die Motivation, exakt in unserem Betrieb lernen und arbeiten zu wollen.“  (Forum: Tue Gutes und rede darüber! Junge Menschen für das Handwerk gewinnen)

Norbert Bücker (NBF – Norbert Bücker GmbH & Co. KG, Münster): „Junge Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Studium nicht beenden wollen oder können, sind für uns eine interessante Zielgruppe, denn lebenserfahrenere, zielbewusstere und auf die Ausbildung fokussierte Lehrlinge können wir gut gebrauchen.“ (Forum: Alternative Wege zur Mitarbeitergewinnung – und morgen Meister!)

Johannes Bröcker (Westfleisch SCE mbH, Oer –Erkenschwick): „Der Lehrgang zum Geprüften Betriebswirt nach HwO gibt mir auf betriebswirtschaftliche Fragen eine Antwort.“ (Forum: Motiv: Erfolg – Werkzeug: Weiterbildung für das Handwerk)

Tatjana Lanvermann (Ludwig Lanvermann GmbH & Co. KG, Borken): „Lernen hört nicht nach der Ausbildung auf. Die immerwährende Bereitschaft zu lernen gibt uns die Fähigkeit, Ängste im Umgang mit Veränderungen abzubauen und die Zukunft mit ihren Technologien anzunehmen. Ungenügend ausgebildete Mitarbeiter verringern zudem die Qualität und den Leistungsfaktor des Betriebes. Nur durch Weiterbildung erhalten wir leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter.“ (Forum: Motiv: Erfolg – Werkzeug: Weiterbildung für das Handwerk)

Thomas Weidlich (Stefan Laschinger Bedachungen GmbH, Dorsten): „Natürlich gibt es beim Übergabeprozess des Betriebes auch mal Reibereien zwischen dem Inhaber und dem zukünftigen Nachfolger. Aber das gehört dazu. Wenn beide Seiten viel miteinander sprechen, können passende Lösungen gefunden werden und die Übergabe funktioniert.“ (Forum: Mut zur Unternehmensübergabe – Nachfolger entwickeln)

Markus Hinnüber (Tischlerei Kreienbaum GmbH, Warendorf): „Beim Nachfolgeprozess gilt es, früh genug anzufangen und sich ausreichend Zeit zu nehmen, authentische Führung vorzuleben und immer wertschätzend und offen miteinander zu kommunizieren.“ (Forum: Mut zur Unternehmensübergabe – Nachfolger entwickeln)

Jonas Venschott (Manufaktur Venschott, Greven): „Wir haben uns hier in der Region einen guten Ruf als Ausbildungsbetrieb erarbeitet.“ (Forum: Tue Gutes und rede darüber! Junge Menschen für das Handwerk gewinnen)

Andrea Runge (Feinkostfleischerei Hidding GmbH & Co. KG, Nordwalde): „Wenn es der Familie gut geht, dann geht es auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut und der `Laden´ läuft“. (Forum: Familienfreundlichkeit im Handwerk)

Christian Gerhardt (Elektro Gerhardt GmbH, Gelsenkirchen): „Wertschätzung ist für uns nicht nur ein Wort, sondern ein Wert, den wir leben. Wir fördern das `Wir-Gefühl´, wir möchten unsere Mitarbeiter begeistern und motivieren.“ (Forum: Bindung durch gute Stimmung im Betrieb?)

Hendrik Hemker (WECON Nutzfahrzeuge, Ascheberg): „Die Stimmung in einem Betrieb ist ein Abbild des Selbstverständnisses der führenden Personen, sie ist Ergebnis langjähriger Arbeit.“ (Forum: Bindung durch gute Stimmung im Betrieb?)