25.02.2026

KI im Handwerk: Mehrheit der Betriebe sieht Chancen

Zeitersparnis überzeugt Unternehmen – Know-how vielfach noch ausbaufähig

Künstliche Intelligenz (KI) ist im Handwerk angekommen – doch der Umgang damit ist je nach Betrieb und Gewerk unterschiedlich. Das zeigt eine aktuelle Blitzumfrage der Handwerkskammer (HWK) Münster an der rund 300 Betriebe aus verschiedenen Gewerken teilgenommen haben.

KI-Bild generiert mithilfe von ChatGPT

„Die Betriebe sehen die Chancen der KI sehr klar – gleichzeitig nehmen sie Datenschutz und Qualifizierung ernst. Genau diese Balance aus Offenheit und Verantwortung ist ein gutes Fundament für die nächsten Schritte“, kommentiert Michael Hoffmann, stellvertretender Geschäftsführer der HWK Münster und KI-Experte. 

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Unternehmen setzt KI bereits ein oder plant beziehungsweise prüft deren Einsatz. Rund ein Drittel nutzt entsprechende Anwendungen schon aktiv im Betriebsalltag. Gleichzeitig gibt etwa ein Viertel der Betriebe an, KI sei für sie derzeit nicht relevant. Weitere Unternehmen haben sich bislang noch nicht näher mit dem Thema befasst. Besonders weit beim Einsatz der Technologie sind die Gesundheitshandwerke, die Handwerke für den gewerblichen Bedarf sowie das Kraftfahrzeuggewerbe. In diesen Branchen wird KI bereits überdurchschnittlich häufig genutzt.

Dort, wo KI eingesetzt wird, geschieht dies vor allem in Verwaltung und Büroorganisation sowie im Marketing und Vertrieb. Auch in der Kundenkommunikation gewinnt KI an Bedeutung. Deutlich seltener wird sie bislang in der Produktion oder in handwerklichen Kernprozessen verwendet.

Als größte Chancen nennen die Betriebe Zeitersparnis und Entlastung im Arbeitsalltag. Viele erwarten zudem Verbesserungen bei Prozessen und Qualität. Neue Geschäftsmodelle oder Umsatzsteigerungen spielen dagegen bislang eine untergeordnete Rolle.

Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse klare Hemmnisse. Besonders häufig genannt werden fehlende Kompetenzen und Schulungsangebote sowie Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit. Auch Unsicherheit über konkrete Anwendungsmöglichkeiten und eine mögliche Abhängigkeit von Anbietern werden als Herausforderungen wahrgenommen. Trotz dieser Bedenken bewertet die Mehrheit der Befragten KI eher als Chance oder zumindest als Chance und Risiko zugleich für die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Betriebs. Nur ein kleinerer Teil sieht überwiegend Risiken.

Die Umfrage zeige, so Hoffmann: „Das Interesse an KI ist groß, ebenso der Wille, sich mit den neuen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Gleichzeitig besteht weiterhin Bedarf an Orientierung, Qualifizierung und gewerkspezifischen Praxisbeispielen.“

Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk Münster können sich bei der HWK an die Berater für Innovation und Technologie wenden:

www.hwk-muenster.de/digitalisierung

 

Pressemitteillung vom 25.02.2026