Politische Standpunkte
Statements des Kammerpräsidenten
Hier finden Sie Statements unseres Präsidenten Jürgen Kroos zu tagesaktuellen Themen.
An dieser Stelle erhalten Sie eine Übersicht von Statements unseres Kammerpräsidenten Jürgen Kroos zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen.
Im Vordergrund stehen dabei immer die Interessen das Handwerks, der Handwerksbetriebe sowie der Handwerkerinnen und Handwerker im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region.
17.04.2026
Die geplante Entlastungsprämie führt in der Praxis dazu, dass staatlich beabsichtigte Entlastungen einseitig auf die Betriebe verlagert werden und dort zusätzlichen Belastungsdruck erzeugen. Gerade im Handwerk, das bereits massiv unter gestiegenen Energie-, Material- und Lohnkosten leidet, verschärft diese Kostenabwälzung die wirtschaftliche Lage weiter und engt die Handlungsspielräume deutlich ein.
Die Handwerkskammer hat eine Blitzumfrage unter Betrieben im Kammerbezirk gestartet. Daran nahmen 1.536 Arbeitgeber teil. Die Ergebnisse zeigen: Viele Betriebe sehen sich aktuell nicht in der Lage, die Prämie umzusetzen: Rund die Hälfte der Befragten (51 Prozent) plant keine Auszahlung, gut ein Drittel (36 Prozent) ist noch unentschlossen. Nur eine Minderheit beabsichtigt, die Prämie ganz (7 Prozent) oder teilweise (6 Prozent) zu gewähren. Entsprechend bewerten neun von zehn Betrieben die Maßnahme als zusätzliche finanzielle Belastung, knapp die Hälfte stuft diese sogar als stark belastend ein.
Als maßgebliche Einflussfaktoren nennen die Betriebe vor allem die allgemeine Kostenentwicklung (72 Prozent) sowie ihre aktuelle Ertragslage (57 Prozent). Auch Unsicherheiten in der wirtschaftlichen Entwicklung und die Personalsituation spielen eine Rolle. In den Rückmeldungen kritisieren die Unternehmer insbesondere die fehlende Gegenfinanzierung, die Verlagerung staatlicher Entlastungsmaßnahmen auf die Betriebe sowie die bereits hohe Belastung durch gestiegene Energie- und Betriebskosten.
Viele Betriebe stehen damit vor der schwierigen Entscheidung, Erwartungen ihrer Beschäftigten zu erfüllen oder die eigene wirtschaftliche Stabilität zu sichern.
Ihr Jürgen Kroos
Präsident der HWK Münster
30.05.2025
Wir als Handwerkskammer Münster appellieren eindringlich an die Politik, ihre Zusagen zum Bürokratieabbau auch schnell umzusetzen. Es braucht Entschlossenheit zu wirksamen Entscheidungen und eine klare Priorisierung von Entlastungsmaßnahmen.
Das Handwerk ist bereit, mit praktischer Erfahrung, Beteiligung an Praxis-Checks und kritischer Begleitung zur Umsetzung beizutragen. Nur so wird aus politischen Ankündigungen echte Entlastung.
Das Ziel ist klar: weniger Vorschriften, mehr Praxisbezug – und das muss jetzt mit Nachdruck verfolgt werden. Bürokratie belastet den Alltag vieler Betriebe. In unserer Anlaufstelle Bürokratieabbau und bei Veranstaltungen wie der Management-Werkstatt erreichen uns regelmäßig Rückmeldungen aus den Betrieben. Der Tenor: Verwaltungsaufwand kostet zunehmend Zeit und Ressourcen, die eigentlich für das Kerngeschäft gebraucht werden.
Stark belastet sehen sich die Betriebe durch Dokumentationspflichten, insbesondere das Lieferkettengesetz. Langwierige Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben werden am zweithäufigsten genannt. Zuweilen verhindert die Bürokratielast auch Unternehmensnachfolgen in der Familie.
Die Grundlagen für einen wirksamen Bürokratieabbau sind gelegt – nun muss die Umsetzung folgen. Das Handwerk steht bereit, diesen Prozess mitzugestalten – erwartet aber auch sichtbare Fortschritte und spürbare Entlastungen im betrieblichen Alltag.
Ihr Jürgen Kroos
Präsident der HWK Münster
24.02.2025
Es bedarf einer zügigen Regierungsbildung mit klarer wachstumsfördernder Wirtschaftspolitik. Das Handwerk benötigt bessere Rahmenbedingungen für alle Unternehmen und Branchen. Nur eine handlungsfähige Regierung kann die großen Herausforderungen meistern.
Weit oben auf der Agenda muss der Abbau bürokratischer Hürden stehen. Weniger Vorschriften und schlankere Prozesse müssen Betriebe entlasten, damit sie effizienter arbeiten können. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit fordert das Handwerk spürbare Steuer- und Abgabenentlastungen: Die Senkung des Gesamtsozialversicherungsbeitrags muss auf die politische Tagesordnung, um die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen nicht weiter zu erschweren. Steuerliche Erleichterungen für den Mittelstand sind essenziell für Investitionen und Wachstum.
Das duale Ausbildungssystem muss gestärkt und die Berufsorientierung in Schulen ausgebaut werden. Kleine und mittlere Unternehmen brauchen gezielte Förderung für Digitalisierung und neue Technologien. Ein Innovationsprogramm ist überfällig. Die HWK fordert konkrete Maßnahmen für Digitalisierung, Energiewende und Fachkräfte.
Monatelange Verzögerungen in den Koalitionsverhandlungen wären fatal – die Unternehmen benötigen endlich Planungssicherheit. Die neue Regierung muss den Dialog mit dem Handwerk aktiv suchen und rasch umsetzbare Lösungen liefern.
Ihr Jürgen Kroos
Präsident der HWK Münster