Ausbildungsbeitrag


Ausbildungsbeitrag


Eine wichtige Aufgabe des Handwerks ist die Ausbildung des Nachwuchses. Sie erfordert ständige Anpassung an neue Entwicklungen und technologische Veränderungen. Dieser Aufgabe widmet sich besonders die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU). Zeitintensive Ausbildungsinhalte werden in diesen Lehrgängen außerhalb des Betriebes vermittelt, wodurch der betriebliche Ablauf nicht belastet wird. Die Vollversammlung der Handwerkskammer Münster hat darum, in Abstimmung mit den Kreishandwerkerschaften, 1993 eine Regelung zur Finanzierung der ÜLU beschlossen.

Was ist der Zweck des Ausbildungsbeitrages?

Kleine und mittlere Betriebe sind das Rückgrat des dualen Berufsausbildungssystems. Um dem handwerklichen Nachwuchs eine qualitativ anspruchsvolle Ausbildung zu bieten, wurde ergänzend zur betrieblichen Ausbildung die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung eingeführt. Der Ausbildungsbeitrag dient der finanziellen Unterstützung dieser Unterweisung. Durch diese Ausbildungsförderung wird ein Ausbildungsstand erreicht, den auch diejenigen Betriebe, welche mit ihrem Ausbildungsbeitrag die ÜLU mitfinanzieren ohne selbst auszubilden, bei der Suche nach hoch qualifizierten Fachkräften grundsätzlich nutzen können.

Wofür wird das Beitragsaufkommen verwendet?

Der Ausbildungsbeitrag ist zweckgebunden und wird ausschließlich für die Finanzierung der ÜLU verwendet. Für jeden Auszubildenden, der an einer ÜLU teilnimmt, wird aus dem Ausbildungsbeitragsaufkommen ein festgesetzter Kammerzuschuss an den Ausbildungsträger gezahlt. Die Gebührenrechnung wird um diesen Kammerzuschuss reduziert. Demzufolge kommen die gezahlten Zuschüsse dem ausbildenden Betrieb direkt zugute.

Von wem ist der Ausbildungsbeitrag zu leisten?

Die Handwerkskammer Münster erhebt von jedem Betrieb, der in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen, zulassungsfreien oder handwerksähnlichen Handwerke/Gewerbe eingetragen ist einen Ausbildungsbeitrag, soweit für das jeweilige Handwerk oder Gewerbe eine Ausbildungsordnung erlassen worden ist. Ausgenommen sind die Berufe, für die eine eigene gesetzliche oder tarifvertragliche Finanzierungsregelung besteht. Der Ausbildungsbeitrag wird unabhängig davon erhoben, ob der Betrieb ausbildet oder nicht ausbildet. Auch die Ausübung des Handwerks/Gewerbes als Teiltätigkeit oder Nebengewerbe berührt die Beitragspflicht nicht. Ist ein Betrieb mit einem Handwerksanteil eingetragen (z.B. 50% bei der Handwerkskammer und 50 % bei der Industrie- und Handelskammer) ist der Ausbildungsbeitrag unabhängig hiervon zu 100% fällig. Dies liegt darin begründet, dass die Ausbildungskosten immer zu 100% anfallen.

Wie erfolgt die Berechnung?

Der Ausbildungsbeitrag besteht aus einem Grundbeitrag und einem Zusatzbeitrag.

Grundbeitrag

Der Grundbeitrag richtet sich nach dem Gewerbeertrag/Gewinn im Bemessungsjahr

Betriebe mit einem Gewerbeertrag/Gewinn
  • bis 7.500,00 Euro auch bei Gewerbeverlust oder Nullwert: 19,00 Euro
  • bis 18.000,00 Euro: 38,00 Euro
  • über 18.000,00 Euro: 76,00 Euro
  • Kapitalgesellschaften unabhängig vom Gewerbeertrag: 152,00 Euro

Zusatzbeitrag

Die Berechnung des Zusatzbeitrages erfolgt maßgeblich nach den Kosten der Lehrgänge (technologischer Aufwand) und der Zahl der Lehrlinge im Verhältnis zur Zahl der Betriebe im jeweiligen Handwerk gemäß der Jahresstatistik für den Kammerbezirk Münster. Dadurch wird vermieden, dass Berufe mit extrem geringen Lehrlingszahlen zu einem verhältnismäßig hohen Zusatzbeitrag herangezogen werden. Ist der Betrieb mit mehreren Handwerken eingetragen wird der Zusatzbeitrag generell nur für ein Handwerk erhoben. Er wird für das Handwerk berechnet, welches den höchsten Zusatzbeitrag aufweist. Die anderen Eintragungen werden nicht zusätzlich berechnet.

Die Höhe des Zusatzbeitrages beträgt zwischen 0,00 Euro und 140,00 Euro und ist für das jeweilige Handwerk in der Anlage 4 der ÜLU-Satzung festgeschrieben.

Rechtsvorschriften zur überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung

Kontakt


Carola Mester

Telefon 0251 705-1782