Diesel-Gipfel: nicht zu Lasten des Handwerks


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31. Juli 2017 | Vor dem „Diesel-Gipfel“ der Bundesregierung mit der Automobilindustrie am 2. August hat sich die Handwerkskammer Münster für Lösungen ausgesprochen, die das Vertrauen in die Dieseltechnik zurückgewinnen. „Auf keinen Fall darf es zu Fahrverboten kommen. Unsere Handwerksbetriebe sind darauf angewiesen, mit ihren Fahrzeugen die Innenstädte zu erreichen“, betonte Kammerpräsident Hans Hund.
Die Fahrzeuge im Handwerk bestehen zu rund 80 Prozent aus Dieselfahrzeugen. Nutzfahrzeuge hätten sogar fast ausschließlich Dieselantrieb, darunter auch teure Spezialfahrzeuge mit nur geringer Kilometerleistung. „Es ergibt wirtschaftlich und ökologisch keinen Sinn, Dieselfahrzeuge von heute auf morgen zu ersetzen“, so Hund.
 
Er sieht in der optimierten Motorsteuerung und Nachrüstung einen Beitrag zum Verringern der Stickoxidemissionen. „Bereits die Maßnahmen der laufenden Rückrufaktionen der Automobilhersteller dürften die Werte an den Messstationen verbessern.“ Bei weitergehenden Nachrüstaktionen von Fahrzeugen müssten diese für Handwerksbetriebe kostenneutral sein. „Wir haften nicht für Versäumnisse der Automobilindustrie und der Politik“, stellte Hund klar.
 
Die Hersteller seien in einem weiteren Punkt in der Pflicht: „Im Nutzfahrzeugbereich stehen bislang kaum Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Wir brauchen praxistaugliche Modelle, die den Anforderungen unserer Betriebe gerecht werden.“ Deren Entwicklung müsse stärker vorangetrieben werden. Zugleich sprach Hans Hund sich dafür aus, Betrieben den Umstieg auf Elektrofahrzeuge durch verbesserte Förderbedingungen zu erleichtern. „Wir brauchen jetzt einen stärkeren Schub für die Elektromobilität, weil sie viele Vorteile bringt. Ich halte aber nichts davon, andere bewährte Antriebstechniken wie den Diesel gleich abzuschaffen“, unterstrich Hans Hund.   

Pressemitteilung 32/2017