Konkurrenz um Fachkräfte im Handwerk wird härter


11. Januar 2019 | Die Suche nach Mitarbeitern ist für viele Betriebe aufwändig
 
Die meisten Handwerksunternehmen finden es im derzeitigen Arbeitsmarktboom schwierig, neue Mitarbeiter zu gewinnen: 34 Prozent von 307 Betrieben aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region sagen in einer Umfrage der Handwerkskammer (HWK) Münster, dass die Fachkräftesuche für sie aufwändig ist. Gar erfolglos waren darin im vergangenen Jahr 29 Prozent. Nur 11 Prozent erleben die Suche nach Fachkräften als unproblematisch. Lediglich jeder vierte Befragte hatte keinen Bedarf an neuen Mitarbeitern.
 
HWK-Präsident Hans Hund kommentierte: „Der Konkurrenzkampf um Berufsnachwuchs und ausgebildete Handwerker wird härter. Personalengpässe bremsen das Wachstum in zahlreichen Branchen und werden zu einer immer größeren betrieblichen Herausforderung.“
 
Aufwändig finden vor allem das Nahrungsmittel-, das Kraftfahrzeug- und das Gesundheitsgewerbe die Fachkräftesuche. Im Baugewerbe gibt es den höchsten Anteil an Betrieben, die kein neues Personal bekommen. Am leichtesten ist die Fachkräftegewinnung in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Die Mehrheit der Betriebe akquiriert über die Agentur für Arbeit, Stellenanzeigen in Regionalzeitungen und einen Hinweis auf der Firmenhomepage, aber auch Werbung und Social Media werden eingesetzt.
 
Bei der Suche nach Verstärkung wollen die Betriebe künftig vermehrt neue Zielgruppen ansprechen: Quereinsteiger aus anderen Branchen (27 Prozent), Schulabgänger mit höherem Schulabschluss (25 Prozent) und Teilnehmer berufsvorbereitender Maßnahmen (23 Prozent). Auch Fachkräfte aus dem Ausland (14 Prozent) sowie Geflüchtete und Migranten (12 Prozent) stehen im Fokus. 11 Prozent richten sich vermehrt an Frauen (11 Prozent), Personen ohne Schulabschluss (9 Prozent) und Ältere und Rentner (8 Prozent).
 
Ein Großteil der Befragten bietet Mitarbeitern etwas: Sie gestalten Arbeitsplätze und das Betriebsklima attraktiv (63 Prozent), geben finanzielle Anreize (56 Prozent), berücksichtigen die individuelle Lebensplanung und -umstände (74 Prozent) und setzen auf eine hohe Ausbildungsqualität (41 Prozent).
 
40 Prozent hatten Erfolg mit den ergriffenen Maßnahmen. Am vielversprechendsten waren aus ihrer Sicht ein gutes Betriebsklima, übertarifliche Bezahlung und flexible Arbeitszeiten. 29 Prozent konnten keine Angaben zur Wirkung ihrer Aktivitäten machen. 32 Prozent hatten trotz besonderer Maßnahmen keinen Erfolg bei der Fachkräftesuche. 

Pressemitteilung 3/2019