Hochkonjunktur in 2017 und Optimismus für 2018 im heimischen Handwerk


Präsident Hans Hund und Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz (v.l.)

22. Dezember 2017 | 2017 war für das Handwerk im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region ein außergewöhnliches Jahr der Hochkonjunktur
„Noch nie gab es hier so viele Betriebe, denen es gut geht: 55 Prozent. Deutlich verbessert hat sich auch die Beschäftigungssituation. Die Wirtschaftsgruppe kann sich über stabiles Wachstum das achte Jahr in Folge freuen“, bringen Handwerkskammer-Präsident Hans Hund und -Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz die Lage am Jahresende auf den Punkt. 
 
Auch der Blick in die nähere Zukunft bleibt optimistisch: Es geht weiter aufwärts, wenngleich die Konjunkturkurve voraussichtlich nicht mehr ganz so steil nach oben steigen wird. Positive Impulse werden in der Region auch für die Beschäftigung prognostiziert. Das Handwerk will weiter investieren, aber weniger als im Vorjahr. 
 
„Die gute Konjunktur ist keine Selbstverständlichkeit. Die Betriebe müssen, auch wenn sie alle Hände voll zu tun haben, wachsam darauf achten die Herausforderungen in der Fachkräftesicherung und Digitalisierung anzupacken“, mahnt Hans Hund.
 
2017 ist es dem heimischen Handwerk zwar gelungen, drei Prozent mehr neue Lehrverträge abzuschließen als im Vorjahr, insgesamt 5.225 im Kammerbezirk. Auch der Anteil der Lehrlinge mit Abitur steigt. Zahlreiche unbesetzte Lehrstellen haben dennoch vergeblich auf Interessenten gewartet. In vielen Branchen werben Betriebe intensiv um den Nachwuchs.
 
Jugendlichen, die andererseits noch eine Berufsperspektive suchen, empfiehlt Thomas Banasiewicz, örtlich mobiler und bei ihrem Berufswunsch flexibler zu werden und damit die vielseitigen Karrierechancen des Handwerks mehr zu nutzen. „Das Land kann die Jugendlichen bei der Mobilität unterstützen: Das Handwerk fordert für Lehrlinge und Meisterschüler ein Azubi-Ticket mit den gleichen Vorteilen wie das landesweit gültige und preisgünstige Semester-Ticket“, so Banasiewicz.
 
Bildung sei der Schlüssel für die Herausforderungen unserer Zeit, betont Hans Hund und ergänzt: „Wir brauchen mehr hochqualifizierte Fachkräfte und Meister. Auf dem Wunschzettel der Handwerkskammer an die Politik steht deshalb die Förderung der Höheren Berufsbildung weit oben.“ 
 
Der Megatrend der Digitalisierung und der dadurch beschleunigte technologische Wandel erfordere, so die Handwerkskammer Münster, den Ausbau der Netzinfrastruktur, angepasste politische und wettbewerbsrechtliche Rahmenbedingungen und – wiederum – Investitionen in Bildung und Beratung. „Für die Betriebe in Handwerk und Mittelstand wird es zunehmend überlebenswichtig, neue Techniken, Produktlösungen und Geschäftsmodelle anzuwenden“, ist Hans Hund überzeugt. Auch dafür müsse die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung gesellschaftlich und politisch noch stärker gelebt und gefördert werden.