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25.05.2012

Konjunktur im Handwerk weiter auf hohem Niveau

Umfrage zeigt leichte regionale Unterschiede

 

Die Konjunktur im Handwerk des Münsterlandes und der Emscher-Lippe-Region bewegt sich weiter auf hohem Niveau. Auch bei den Erwartungen lasse sich keine Abschwächung erkennen, betonte der Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Rath, am Freitag (25. Mai) bei der Vorstellung der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Kammer, an der 390 Betriebe aus sieben Branchen teilnahmen.

87 Prozent der Handwerksunternehmen bezeichnen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend, im Frühjahr 2011 waren es 86 Prozent. 91 Prozent gehen davon aus, dass dieses hohe Niveau gehalten werden kann oder sich sogar noch weiter verbessert.

Unterschiedlich verlief die Entwicklung in beiden Regionen des Kammerbezirks. So berichten im Münsterland 90 Prozent der Handwerksbetriebe von einer guten und befriedigenden Geschäftslage (zwei Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr), in der Emscher-Lippe-Region sank diese Einschätzung von 80 auf 79 Prozent. In beiden Regionen, so Rath, blickten die Betriebe aber weiter mit Zuversicht auf die nächsten Monate.

Die gute Konjunkturlage zeigt sich auch bei der Beschäftigung. 18 Prozent der befragten Betriebe konnten Arbeitskräfte einstellen, 12 Prozent mussten Beschäftigte entlassen. Rath: „Insgesamt also ein Zuwachs, den es nach den Prognosen auch in den nächsten Monaten geben wird.“

Getragen wird die gute Entwicklung von den Bau- und Ausbauhandwerken. Bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf (zum Beispiel Metallbauer, Informationstechniker, Feinwerkmechaniker), die zu einem großen Teil als Zulieferer für die Industrie arbeiten, sank der Anteil der Betriebe mit schlechter Geschäftslage binnen Jahresfrist von 12 auf 9 Prozent. Auch in den Nahrungsmittelhandwerken und im Gesundheitsgewerbe ging der Anteil der Betriebe, die ihre Geschäftslage als schlecht bezeichnen, weiter zurück.

Nicht mehr so zufrieden wie vor einem Jahr ist das Kraftfahrzeug-Gewerbe. Allerdings erwarten die Kraftfahrzeug-Betriebe in den nächsten Monaten wieder eine Belebung.

Leichte Einbußen gab es auch in den personenbezogenen Dienstleistungen (dazu gehören zum Beispiel Friseure, Schuhmacher, Textilreiniger). Auch dort sind die Erwartungen wieder besser.

Erneut appellierte Rath an die Politik, der Energiewende endlich Schwung zu geben. Steuerliche Anreize die seit Monaten im Bundesrat blockiert würden, können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Die kräftig sprudelnden Steuereinnahmen böten jetzt  auch Gelegenheit, die Forderung des Handwerks nach „mehr Netto vom Brutto“ in die Tat umzusetzen und die „kalte Progression“ bei der Einkommenssteuer zu beseitigen. Dabei handele es sich um eine Korrektur des Steuersatzes, die mehr Gerechtigkeit in der Steuerpolitik vor allem für Bezieher kleinerer und mittlerer Einkommen schaffe.

Die gute Konjunktur müsse jetzt auch den Blick dafür schärfen, dass im Handwerk der Wettbewerb um gute Nachwuchskräfte längst begonnen habe, betonte der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Hermann Eiling. Vor dem Hintergrund des doppelten Abiturjahrgangs 2013 sehe es das Handwerk als wichtiges Signal, dass der Meistertitel jetzt als gleichwertig zum akademischen Bachelor-Abschluss eingestuft sei. Das steigere die Attraktivität einer handwerklichen Ausbildung auch für Gymnasiasten und Abiturienten und sei zugleich ein wichtiger Schritt zur Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung. Dazu müsse die Politik aber auch die Bildungszentren des Handwerks weiter verlässlich fördern.



 

© Handwerkskammer Münster

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